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Anne Challandes
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Mein achtsamer Blick:

 

Bernadette Christen,
Geschäftsführerin der STMZ Schweizerische Tiermeldezentrale

Nicht jede unbekannte Katze ist eine heimatlose

Der Schnee knistert unter Ihren Füssen, ein kalter Wind pfeift um Ihre Ohren. Da sehen Sie ein unbekanntes Büsi vor Ihrem Hauseingang. Voller Mitleid nehmen Sie die Fellnase mit in die warme Stube. Szenenwechsel: ein öder, grosser Parkplatz, direkt an der Autobahn. Glücklich beladen Sie Ihr Auto mit den neuen Errungenschaften, die Sie soeben eingekauft haben. Dann sehen Sie ein kleines, schwarzhaariges Kätzlein, das so gar nicht in diese Umgebung passt. Jöö, ein verirrtes, hungriges Büsi, das nehmen wir mit nach Hause.

Aber Achtung! Bedenken Sie, dass nicht jede unbekannte Katze eine heimatlose sein muss. Vielleicht ist das Tier ja neu zugezogen im Quartier. Aber wann soll man sich kümmern oder es gar zu sich nach Hause nehmen? Vor allem bei Katzen ist diese Frage nicht immer einfach zu beantworten. Wir raten dazu, erst dann einzugreifen, wenn ein Tier verletzt bzw. abgemagert ist oder kränklich und ungepflegt aussieht. In einem solchen Fall ist auch der Tierschutz eine kompetente Anlaufstelle. Gesetzlich sind Sie verpflichtet, ein Tier, welches Sie mit nach Hause nehmen, bei uns zu melden. Erfassen Sie kostenlos eine Fundmeldung auf www.stmz.ch. Prüfen Sie zudem bei der Tierärztin oder der Polizei, ob es gechippt ist. Auf unserer Website können Sie online auch Sichtmeldungen platzieren.

Wenn nach zwei Monaten Wartefrist deren Besitzer nicht ausfindig gemacht werden konnten, gehen die Tiere ins Eigentum der Finder über. Wenn Sie also nicht die Absicht haben, ein Findeltier zu behalten, sollten Sie es rechtzeitig in ein Tierheim bringen.

Unsere Tipps für Katzenbesitzerinnen: Wenn Sie mit Ihrer Katze umziehen, stellen Sie diese am besten vor dem ersten Freigang in der neuen Nachbarschaft vor. Auch ein Halsband kann Klarheit schaffen. Denn eine gesund aussehende Katze mit Halsband wird wohl eher nicht von jemandem angefüttert oder mit nach Hause genommen. Und in jedem Fall: Lassen Sie Ihre Katze chippen, auch wenn dies in der Schweiz nur für Hunde obligatorisch ist. Der reiskorngrosse Chip wird direkt unter die Haut implantiert und ist nicht tastbar.

Die STMZ betreut als offizielle Meldestelle die schweizweit grösste Datenbank für vermisste und streunende Haustiere. Im Jahr 2021 wurden über 30 000 Meldungen verarbeitet. Diese können gratis erfasst werden. Die STMZ ist eine anerkannte Non-Profit-Organisation und wird fast ausschliesslich durch Spenden finanziert. www.stmz.ch

Bernadette Christen, Geschäftsführerin der STMZ Schweizerische Tiermeldezentrale

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