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Anne Challandes
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Mein achtsamer Blick:

Daniel Wiederkehr, Fastenaktion

 

Der beste Zeitpunkt für ein klimafreundliches Leben ist jetzt

Dürre und Hitzewellen machen der Schweiz und ganz Europa zu schaffen. Immer mehr Menschen machen sich deshalb Sorgen über den Klimawandel. Trotzdem ist es für die meisten schwierig, ihren Lebensstil anzupassen und etwa auf das Auto, die Ferienwohnung oder exotische Lebensmittel zu verzichten. Dies zu ändern ist das Ziel der Klima-Gespräche. Dazu vereint das Format technische und psychologische Aspekte und setzt auf die Dynamik der Gruppe. Mit Erfolg: Eine vom Zentrum für Nachhaltige Entwicklung und Umwelt der Universität Bern durchgeführte Untersuchung verglich den CO2-Ausstoss der Teilnehmenden mit dem einer Kontrollgruppe. Der Klima-Fussabdruck sank in der Gruppe der Teilnehmenden um 1,2 Tonnen CO2 stärker als bei der Kontrollgruppe. Am stärksten war der Rückgang im Bereich Mobilität, wobei vor allem der Verzicht auf Flugreisen einen grossen Beitrag leistete. Doch auch bei der Ernährung und beim Konsum gelang eine Reduktion. Besonders bemerkenswert: «Obwohl die Teilnehmenden bereits sehr klimafreundlich in die Gespräche gingen, konnten signifikante Veränderungen in verschiedenen Verhaltensbereichen im Vergleich zur Kontrollgruppe erzielt werden», betonen die Autorinnen und Autor der Studie. Die Teilnehmenden erachteten es zudem als deutlich wahrscheinlicher, dass sie in Zukunft klimafreundliche Verhaltensweisen umsetzen würden.

Klima-Gespräche verbinden Fakten mit der persönlichen Erfahrung und Lebenswelt. So geht es nebst Information vor allem darum, sich selbst mit den eigenen Gewohnheiten, Dilemmata und Werten auseinanderzusetzen und dank dem Austausch in der Gruppe ins Handeln zu kommen. Die Klima-Gespräche setzen dort an, wo die Wissensvermittlung aufhört. Denn die Erfahrung der letzten Jahre zeigt, dass Informationen über den Klimawandel allein nicht genügen, um Menschen zu Verhaltensveränderungen zu bewegen. Es braucht die persönliche Auseinandersetzung mit dem Thema. Die Methode der Klima-Gespräche wird inzwischen in zahlreichen Ländern erfolgreich angewandt. HEKS und Fastenaktion lancierten die Gespräche, die vom Bundesamt für Umwelt und von verschiedenen Kirchgemeinden, Städten und Kantonen unterstützt werden, 2019 in der Deutschschweiz. In den vergangenen Jahren haben mehr als 400 Personen von St. Gallen über Zürich und Basel bis ins Wallis daran teilgenommen. Wer an den Klima-Gesprächen teilgenommen hat, kann sich im Anschluss selber zum Moderator oder zur Moderatorin ausbilden lassen. Damit sollen möglichst viele Personen an verschiedensten Orten in der Deutschschweiz erreicht werden. Ab diesem Monat finden die Klima-Gespräche in einem neuen Format statt. Mehr Informationen, Daten und Anmeldung auf www.sehen-und-handeln.ch.

Daniel Wiederkehr, Fastenaktion

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