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Achtsamkeitsimpuls
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Achtsamkeitsimpuls

Wie kann man die Realität der modernen Existenz mit der historischen Entwicklung des Menschseins in Einklang bringen? Mit einem besseren Verhältnis zu sich selber.

von Anton Ladner 

Wenn man sich auch als Du wahrnimmt, hilft das, die eigene Trägheit zu überwinden. Zum Beispiel beim Einkauf. Denn das Essverhalten beginnt im Laden. Soll man weiter bei verarbeiteten Lebensmitteln zugreifen, aus Routine rotes Fleisch und stark Zuckerhaltiges kaufen? Oder will man bewusster darauf achten, was man seinem Körper zuführt, ob es sich um gesunde oder ungesunde Lebensmittel handelt? Will man sich am Morgen die Sorgen vom Körper waschen und sich ganz auf das einstimmen, was an diesem Tag ansteht, oder in alten Belastungen stecken bleiben?

Darüber zu entscheiden ist nur in einer aktiven Beziehung zu sich selber möglich. Die Art und Weise, wie man mit sich in Kontakt steht, ist jedoch viel zu oft von dem abhängig, was von aussen kommt. Man sucht im Aussen, was man eigentlich nur im Innen finden kann. Muster, wie man sein soll, im Beruf, im Konsum, in der Freizeit, in der Feriengestaltung, sind leichter gelebt als der innere Kern erforscht, was wirklich guttut. Zudem ist die Versuchung einfach stärker, den äusseren Formen zu entsprechen, in der Meinung, ein gutes Lebensklima stelle sich dadurch automatisch ein. In der Regel wird damit ein Schleier über den eigenen Kern gelegt. Darunter leidet die Beziehung zu sich selber – das eigene Du wird von äusseren Formen verdrängt. Aber es ist nicht so einfach, aussen vor zu lassen, was einem gar nicht entspricht, um in besseren Kontakt mit dem Innern zu kommen. Hilfreich für eine bessere Beziehung ist, weniger über sich zu urteilen, dafür mehr in sich zu entdecken. Denn wertende Gedanken fördern zu einem weit grösseren Teil negative Emotionen. Sie verbauen dann den Zugang zum Innern, weil sie defizitorientiert sind. Eine bessere Beziehung zu sich eröffnet derweil eine Potenzialorientierung. Wer sich auf diesen Weg begibt, macht früher oder später dann auch eine weitere wunderbare Erfahrung: Beziehungen zu den Mitmenschen gelingen besser, wenn man mit sich auf einem besseren Du steht. Bei einem Fokus auf Selbstreflexion, Lernpotenzial und Veränderungen fällt nämlich Druck weg, was Beziehungen zu anderen lockerer macht. Sie werden besser, weil tiefer.

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