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Achtsamkeitsimpuls
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Achtsamkeitsimpuls

Ab und zu faul zu sein tut gut. Wie kann man aber die Faulheit bekämpfen, die sich wie Blei auf den Körper legt? 

von Anton Ladner

Jeder hat Momente, in denen er zaudert, wichtige Dinge liegen lässt und die Erledigung auf später verschiebt. Dieser Mangel an erwartbarer Aktivität wird in der Regel als Faulheit gesehen. Bei dieser Sicht geht aber die zentrale Frage unter: Hat man zu viel zu tun oder hat man einfach keine Lust? Im ersten Fall helfen eine Prioritätenliste und Pausen zum Auftanken. Im zweiten Fall ist es wichtig zu ergründen, woher der Mangel an Proaktivität rührt. Manchmal sind es nämlich Botschaften, dass die Umsetzung noch nicht reif oder schlicht falsch ist. Aber es gibt auch die reine Lustlosigkeit: Keine Lust zum Bügeln, zum Kochen, zur Gartenarbeit usw. Oft hängt das mit dem entstandenen Berg zusammen, weil man nicht ständig am Ball bleibt. Dann werden die Hürden zu hoch, weil sie viel Angangsschwung einfordern. Blei legt sich auf den Körper, Faulheit macht sich breit und am Ende des Tages fühlt man sich leer und gelähmt. Gute Gewohnheiten zu schaffen schützt vor solchen Hängepartien, die zu einem schlechten Körpergefühl führen. Es geht dabei um konkrete Strukturen für Aktivitäten, die in Abwechslung gut sind für Körper und Geist. Zwei Stunden am Pult, dann 15 Minuten staubsaugen, bügeln, Schreibtisch ordnen usw. Man braucht nur zwei Monate, um solche Tätigkeiten zur Gewohnheit werden zu lassen, was dann zu einem Automatismus führt. Aufgabenlisten entfalten dabei eine stark unterstützende Wirkung. Es geht dabei auch darum, Gedanken zu formen, eine geistige Reihenfolge von Dingen zu beschreiben, die man tun will. Wenn man dann die erledigten Aufgaben durchstreichen kann, führt das zu einer tiefen Befriedigung und zur Motivation, weitere Aufgaben auf der Liste anzupacken.  

Im Christentum gehörte früher die Faulheit zu den sieben Hauptlasten im Sinne von Trägheit des Herzens, Trübung des Willens, Verfinsterung des Gemüts und Verlust der Tatkraft. Auch heute noch spielt die Trägheit des Herzens eine Rolle im Sinne von Tatenlosigkeit gegenüber Menschen in Not. Auch hier gilt, dass konkrete Handlung zu einem guten Körpergefühl führt, das den Geist weiter antreibt. Das dokumentiert derzeit die grossartige Aufnahme von ukrainischen Kriegsflüchtlingen in Europa. 

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