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Achtsamkeitsimpuls
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Achtsamkeitsimpuls

Studien über die Bedeutung von Freundschaften für das Wohlbefinden haben gezeigt, dass Menschen ohne Freunde mehr gesundheitliche Probleme haben. Sie sind psychisch weniger ausgeglichen und haben ein höheres Risiko, vorzeitig zu sterben.

von Anton Ladner 

Als Erwachsener ist es schwierig, Freunde zu finden. Es ist auch nicht leicht, geschlossene Freundschaften zu pflegen. Denn Menschen entwickeln sich über die Jahre unterschiedlich, weil Sorgen und Belastungen sie prägen. Anstrengungen, Freundschaften zu halten, sind deshalb auch eine Herausforderung. Es geht nicht darum, Dutzende von Freunden zu haben. Die Wahl ist entscheidend, nämlich zu wissen, mit wem man sich wirklich wohlfühlt.

Der US-Forscher Tom Rath, ein Berater von Gallup, hat eine Studie durchgeführt, auf deren Grundlage das Buch «Vital Friends: The People You Can’t Afford to Live Without» (Wesentliche Freunde: die Menschen, auf die man nicht verzichten kann) entstand. Darin führt er auf, welche Freundschaften man braucht, um sich in seinem Körper wohlzufühlen. Da ist einmal der treue Freund, eine Person, die nicht verurteilt, die unterstützt und die in guten wie in schlechten Zeiten da ist. Die Rolle dieser Freundschaft besteht darin, ein Unterstützungssystem zur Verfügung zu stellen und das Gefühl einer soliden Präsenz zu vermitteln. Wer eine solche Freundin, einen solchen Freund findet, kann aber nicht alles erwarten. So braucht es auch weitere Freundschaften für spezifische Aspekte im Leben. Es gibt auch eine Art von Freundschaft, die aus der Komfortzone herausführt, die Augen für neue Erfahrungen öffnet und hilft, Dinge auszuprobieren und zu lernen. Es ist die Art von Freundschaft, die mit Energie erfüllt, Mut einflösst und lehrt, Risiken einzugehen. Um im Leben gesund zu sein, braucht man auch jemanden, der die Wahrheit sagt. Zum Beispiel: «Du bis zu dick, du trinkst zu viel, jetzt wird rauchen lebensbedrohlich.» Es ist gleichfalls wichtig, einen Freund zu haben, der weise ist und bereit, sein Wissen und seine Erfahrungen zu teilen. Ein intelligenter Mensch, der den Wunsch weckt, neue Herausforderungen zu meistern und besser zu werden.

 Begegnungen mit Menschen, die anders sind, sind wichtig, um eine andere Perspektive auf das Leben zu bekommen, den Geist zu öffnen, Vorurteile abzubauen und zu erkennen, dass es eine grosse Stärke ist, nicht so zu sein wie alle anderen. Mit einem Freund aus einer anderen Kultur lernt man neue Traditionen, Glaubensrichtungen und Lebensweisen kennen.

Die meisten Menschen verbringen viele Stunden ihres Tages im Büro. Deshalb ist es auch entscheidend, einen Verbündeten am Arbeitsplatz zu haben, mit dem man eine Pause machen kann, mit dem man sich über die Untaten seines Chefs auslassen kann und den Stress des Tages abbauen kann. Die meisten Menschen kennen ihre Nachbarn kaum, aber es ist wichtig, mit mindestens einem von ihnen gut auszukommen. Einen Freund zu haben, der auch Nachbar ist, hilft nämlich in vielen Bereichen.

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