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Achtsamkeitsimpuls
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Emotionale Selbstfürsorge

Die innere Stimme ermöglicht Selbstbeobachtung und Selbstkontrolle. Neben vielen positiven Funktionen kann sie sich aber auch zum Feind entwickeln. Wie man sie in diesem Fall zum Schweigen bringt.  

Anton Ladner 

Die deutsche Fussballnationalmannschaft musste die Weltmeisterschaft in Katar bereits verlassen. Bei der Rückkehr nach Deutschland hagelte es in den Medien Negativschlagzeilen: Der deutsche Fussball sei entzaubert, er müsse sich neu erfinden, Trainer Hansi Flick sei zu Unrecht hochgejubelt worden. Die Spieler sind wohl jetzt alle mit ihren inneren Stimmen konfrontiert. Laut und kritisch melden sie sich und verführen zum Grübeln. Wer grübelt, holt sich aber negative Emotionen in den Kopf. Jede und jeder kennt das: Wenn ein Problem drückt, wacht man in der Nacht auf und verstrickt sich mit der inneren Stimme in sinnlose Gespräche. Diese innere Geschwätzigkeit erschwert das Leben. Man kann nicht schlafen oder sich nicht auf die Arbeit konzentrieren oder den Moment bewusst erleben. Laut Studien wirkt sich das negativ auf die körperliche Gesundheit aus.  

Wer durch ein starkes Mikroskop schaut, kann erschrecken, was sich da alles zum Beispiel im eigenen Speichel an Ungetümen bewegt. So ist es mit der inneren Stimme. Sie vergrössert Probleme, gesunde Proportionen werden aufgelöst, eine kleine Störung wird zum schrillen Alarm. Dann braucht es eine Strategie, die hilft, den fixierten Blick abzuwenden und die Perspektive zu erweitern, kurz objektiver zu denken. Ein Selbstgespräch mit guten Ratschlägen kann da hilfreich sein. Selbstgespräche in der dritten Person verschieben die Perspektive. Es fällt nämlich einfacher, anderen Ratschläge zu erteilen, als eigenen Vorschlägen zu folgen. Deshalb muss man sich in einen Coaching-Modus versetzen. Man wird von aussen beraten – vom eigenen Ich. Eine weitere Strategie ist die Zeitdistanzierung. Man entscheidet, erst morgen, wenn man ausgeschlafen ist oder wenn die Arbeit erledigt ist, über das Problem nachzudenken. Auf diese Weise wird deutlicher, dass das aktuell Erlebte nur vorübergehend ist. Der Gewinn daraus: Mit der Zeit lernt man zu verstehen, wann man die innere Stimme nutzen und wann man sie ignorieren sollte.  

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