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Achtsamkeitsimpuls
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Achtsamkeitsimpuls

Sind Sie offen für eine entgrenzte Spiritualität? Und wie halten Sie es persönlich mit einer Transzendenzerfahrung? Die meisten Menschen erleben das unbewusst, dabei ist es eine grosse Kostbarkeit.

von Anton Ladner 

Die Gründe dafür sind zahlreich: Kirche und Religion verlieren von Generation zu Generation an Bedeutung. Denn die Moderne ist geprägt von Individualisierung, Selbstbestimmung und Selbstermächtigung. Das geht in den industrialisierten Staaten Hand in Hand mit Fortschritt, sozialer Sicherheit und Wohlfahrt. Das bessere Leben verdrängt die Religiosität – von Generation zu Generation zunehmend. Doch was rückt an ihre Stelle? Bleibt sie leer oder wird sie neu gefüllt? Teilweise mit der holistischen Spiritualität. Da muss aber gleich eingeräumt werden, dass Spiritualität sehr schwer zu fassen und zu definieren ist. Neutral formuliert lässt sie sich als starke Bindung umschreiben, als Verbundenheit, die Kraft generiert.

Ja, die Verbundenheit mit der eigenen Katze, dem eigenen Pferd ist eine gelebte Spiritualität – auch wenn man sich als nicht religiös betrachtet. Holistisch meint, dass alles irgendwie zusammenwirkt und dadurch auch Neues, Grösseres entsteht. Es geht um das Ganzheitliche, um die Harmonie zwischen den Objekten und ihre Einordnung in der Welt. Bei der holistischen Spiritualität steht somit die Transzendenzerfahrung im Mittelpunkt, die Überschreitung der Grenzen von bisherigen Erfahrungen und Bewusstsein. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn bei Bauchschmerzen die Katze kommt, sich stundenlang auf den Bauch legt und danach die Schmerzen verschwunden sind. Oder dass sich beim Yoga ein noch nie dagewesenes Körpergefühl einstellt. Daraus kann eine entgrenzte Orientierung resultieren, eine Spiritualität jenseits kirchenverfasster Religiosität. Wer sich für solche transzendenten Erfahrungen öffnet, entdeckt eine neue Kostbarkeit, die ein gutes Gegengewicht zum Materiellen bildet. Sie ermöglicht eine gewisse Leichtigkeit im Dasein, ein Schweben über den Dingen, ein Bezogensein auf anderes als das eigene Selbst. Das vermittelt, wie der grossartige Viktor Frankl sagte, ein gutes Gefühl, sich als Teil von etwas Grösserem zu begreifen.

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