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Achtsamkeitsimpuls
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Spirituelle Selbstfürsorge

Die Frage beschäftigt früher oder später jede und jeden: Was schulden Kinder ihren Eltern? Dabei gerät leicht ausser Acht: Die enge Beziehung zu ihnen gibt Kindern Kraft für die eigene Freiheit. 

Anton Ladner  

Die Eltern-Kind-Dynamik ist komplex und oft auch komplizierter, als man gerne zugibt. Und wenn sie eine Last ist, dann kann sie stark belasten. Auch dann noch, wenn die Eltern nicht mehr leben. Die ersten Erfahrungen mit den Eltern prägen die Art und Weise, wie man für den Rest des Lebens auf Menschen zugeht. Natürlich kann man mit etwas Selbstfürsorge auf die Eigenschaften, die man schätzt, auf die eigene Toleranz gegenüber Verletzungen einwirken und Defizite ausbügeln.  

Dabei hilft auch die Erkenntnis, dass Familienkonflikte Teil des Lebens sind. Dazu gehört nicht zuletzt die Frage, was Kinder ihren Eltern schulden, während sie ihr eigenes Leben aufbauen. Natürlich sind sich die meisten Eltern in unseren Breitengraden mehr oder weniger bewusst, dass ihnen die Kinder nur anvertraut sind für einen bestimmten Lebensabschnitt. Dann müssen sie losgelassen werden, fliegen, sich entfalten. Vielleicht auch auf eine Art und Weise, die nicht den ursprünglichen Vorstellungen der Eltern entspricht. Auch das ist Teil des Lebens, dass es anders kommt, als man sich wünschte. Zu beurteilen, ob das schlechter ist, wird dann zur Kunst des Lebens, die Zeichen der Zeit richtig zu interpretieren. Dennoch: Kinder bleiben ihr ganzes Leben lang mit Ansprüchen ihrer Eltern konfrontiert, die je nach Ausprägung und Eltern klein oder sehr gross sein können und entsprechend für Druck sorgen. Besonders dann, wenn die Eltern pflegebedürftig werden und ein Spagat zwischen Eigenleben und Fürsorge beginnt. Dann können dunkle Wolken über der Beziehung aufziehen und die Frage, was man als Kind seinen Eltern schuldet, kann quälend werden. Da hilft etwas Spiritualität, dass man sich der starken Bindung bewusst wird, der Verbundenheit mit seinen Eltern. Das generiert Kraft. Wenn man sich aus der engen Verbundenheit mit ihnen Kraft holt, kann man ihnen auch leicht vermitteln, dass man seine eigenen Wege gehen muss. Man schuldet seinen Eltern nicht das eigene Leben, das sie ermöglicht haben. 

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