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Anne Challandes
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Mein achtsamer Blick:

Maria Christoffel, Kampagnenleitung Europäische Tage des Denkmals, Nationale Informationsstelle zum Kulturerbe NIKE. 

Mehr als eine Kulisse: Lebendige Orte der Freizeit 

An heissen Tagen reiht sich im Freibad Letzigraben in Zürich Tuch an Tuch. Das Bad ist beliebt und für viele ein Ort der Begegnung und Erholung. Gleichzeitig ist es mehr: Das Volksbad im Letzigraben ist eine historische Kulturstätte – der wichtigste noch erhaltene Bau des Architekten Max Frisch. Die luftig-leichten Gebäude und filigranen Holzkonstruktionen fügen sich elegant ins Gelände ein und präsentieren sich als harmonische Oase. Zahlreiche Freizeitstätten in der Schweiz, die wir tagaus, tagein nutzen, sind historisch bedeutend: das Freibad in Vulpera oder die «Bains de la Motta» in Freiburg, aber auch das Stadion Frontenex in Genf oder die Sportanlage in Wengen. Die Europäischen Tage des Denkmals vom 10. und 11. September 2022 zeigen eine Auswahl. 

In der ganzen Schweiz finden an diesen Daten Führungen, Spaziergänge, Ateliers oder Gespräche statt. Bewohnerinnen, Enthusiasten, Fachpersonen und Neugierige sind zu Streifzügen durch die Zeiten eingeladen: hin zu Orten der Kunst, der Erholung und des Sports. Von römischen und vorindustriellen Freizeitstätten wie Bädern und Theatern zum Kurhotel der Belle Époque, zur ersten Sporthalle, zum Clublokal oder Museum des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Zu Fuss auf Pilgerwegen, in der Seilbahn oder mit dem Dampfschiff. Viele Sport- und Kunststätten sind als Teil unseres Kulturerbes nicht nur Kulisse, sondern wir nutzen sie nach wie vor. 

Die Denkmaltage greifen auch Fragen auf, die heute die Gemüter bewegen: Was passiert mit dem leeren Kinosaal, wozu dient die alte Seilbahnstation und wie soll das baufällige Hallenbad saniert werden? Kann das ehemalige Bahnhofsgebäude zu einem Fitnessraum oder die ausgediente Turnhalle zu einem Konzertsaal umgebaut werden? Manchmal zeigt sich der historische und gesellschaftliche Wert einer Stätte erst dann, wenn sie schliesst. Das Freizeitverhalten der Menschen wandelt sich. So auch die Anforderungen an die Orte, an denen wir Sport treiben und Kunst erleben. 

Den Überblick über schützenswerte Bäder, Museen, aber auch Bahnhöfe und Seilbahnen in der Schweiz bieten Inventarlisten. Oft sind es Ehrenamtliche der Mitgliederverbände der Nationalen Informationsstelle zum Kulturerbe, die im Hintergrund in minutiöser Arbeit diese Informationen zusammentragen. Das Bundesamt für Kultur überarbeitet die Inventare in Abständen von rund zehn Jahren. 

Ausführliche und aktuelle Informationen und Anmeldebedingungen zu den einzelnen Veranstaltungen anlässlich der diesjährigen Europäischen Tage des Denkmals unter dem Motto «Freizeit- Temps libre – Tempo libero –Temps liber» finden sich unter www.hereinspaziert.ch.  

Maria Christoffel, Kampagnenleitung Europäische Tage des Denkmals, Nationale Informationsstelle zum Kulturerbe NIKE. 

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