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Anne Challandes
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Mein achtsamer Blick:

Michel Darbellay, Leiter der Produktion, Märkte und Ökologie beim Schweizer Bauernverband.

Weniger Antibiotika in Schweizer Nutztierhaltung   

Der übermässige Einsatz von Antibiotika erhöht nach und nach das Auftreten und die Verbreitung resistenter Bakterien. Mit anderen Worten: Antibiotika verlieren mehr und mehr ihre Wirkung. Demnach gehören Antibiotikaresistenzen heute zu den grossen globalen Herausforderungen. In diesem Zusammenhang gewinnt auch das Thema «Gemeinsam antimikrobiellen Resistenzen vorbeugen» stets an Bedeutung. Denn die zunehmende Resistenzbildung stellt eine Bedrohung für Mensch, Tier und Umwelt dar. Besonders als kritisch eingestufte Antibiotika sollten nur äusserst gezielt und wo absolut nötig zum Einsatz kommen, damit sie im Ernstfall weiterhin die erwünschte Wirkung haben. Die Schweizer Landwirtschaft ist sich ihrer Verantwortung bewusst. Sie arbeitet seit Jahren intensiv daran, den Antibiotikabedarf in der Nutztierhaltung mit Gesundheitsprogrammen und Optimierungen bei den Haltungsbedingungen zu senken. Das zahlt sich aus. So nahm der Verkauf kritischer Antibiotikaklassen bei Nutztieren in den letzten Jahren stark ab. In Zahlen ausgedrückt ging der Antibiotikaverbrauch seit 2008 um 60 Prozent zurück, bei den kritischen Antibiotika sind es gar 75 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr verringerte sich die benötigte Gesamtmenge um zwei Prozent, jene von kritischen Antibiotikaklassen um weitere sieben Prozent. 

Der hohe Tierwohlstandard in der Schweiz und die zahlreichen in den einzelnen Branchen gestarteten Gesundheitsprogramme haben zusammen mit der verbesserten Dokumentation und Einsatzkontrolle zu diesem Erfolg beigetragen. Dabei arbeiten die Bauernbetriebe, die Tierärzte und Tierärztinnen sowie die Gesundheitsdienste, unterstützt durch die Forschung, eng zusammen. Beispiele sind unter anderem das Projekt «Gesunde Klauen – das Fundament für die Zukunft» zur Steigerung der Klauengesundheit bei Rindvieh, Impfempfehlungen des Kälbergesundheitsdienstes oder das Gesundheitsprogramm Suissano für ein umfassendes Gesundheitsmanagement im Schweinebereich. Die Beteiligung an den freiwilligen Tierwohlprogrammen «Besonders tierfreundliche Stallhaltung» und «Regelmässiger Auslauf ins Freie» nimmt laufend zu. Eine grosse Mehrheit der Schweizer Nutztiere profitiert davon. 

Michel Darbellay ist Leiter der Produktion, Märkte und Ökologie beim Schweizer Bauernverband. 

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