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Como hat doppeltes Glück: Die Fussballmannschaft steigt in die Serie A auf und die US-amerikanische Kunsthistorikerin Ann Pizzorusso verortete jetzt den Hintergrund auf dem Mona Lisa-Gemälde am Comer See.

 

Anton Ladner

 

Das wohl berühmteste Gemälde der Welt, Leonardo da Vincis Mona Lisa, ist voller Rätsel. Ob die dargestellte Lisa Gherardini die Frau eines lokalen Adligen war, ist bis heute nicht abschliessend geklärt. Ebenso wenig das rätselhafte Lächeln, das vielleicht auf einer Gesichtslähmung beruht. Da Vinci (1452–1519) wollte das Bild nie verkaufen, um es immer wieder mit neuen Schichten bearbeiten zu können. Vor welcher Landschaft die mögliche Lisa del Giocondo oder Idealmutter eines unehelichen Sohnes von Giuliano de‘ Medici lächelt, soll jetzt geklärt sein. Die Geologin und Kunsthistorikerin Ann Pizzorusso behauptet, es handele sich um den Garlate-See, einen Seitenarm des Comer Sees an seinem südöstlichen Ende, gleich hinter der Stadt Lecco. Dieses Gebiet hat Leonardo da Vinci vor 500 Jahren intensiv besucht. Pizzorusso hat jahrelang das Gemälde mit den Gegenden der Lombardei verglichen. Die Tatsache, dass sie Geologin und Expertin für Kunstgeschichte sei, habe ihr geholfen, diese Frage zu lösen. Im Jahr 2011 wurde von einem Experten behauptet, dass es sich bei der Region im Hintergrund der Mona Lisa um Bobbio handele, eine kleine Stadt in der Provinz Piacenza. Im vergangenen Jahr waren sich andere Wissenschaftler sicher, dass eine Brücke in der Provinz Arezzo zu sehen sei.

Pizzorusso betont, dass die Felsen, die die Stadt Lecco umgeben, aus Kalkstein bestehen, aus der gleichen grauweissen Farbe, die Leonardo da Vinci für die Felsen auf dem Gemälde verwendet hatte. «Wir wissen aus seinen Notizbüchern, dass Leonardo viel Zeit in der Gegend von Lecco verbracht hat. Jedes Detail stimmt überein», erklärte die Forscherin. «Leonardo war nicht nur ein grosser Künstler, sondern auch ein grosser Wissenschaftler. Jeder Felsen, der in seinen Gemälden erscheint, ist eine getreue Kopie dessen, was er in der Natur gesehen hat.»

Jacques Franck, ein ehemaliger Leonardo da Vinci-Berater des Louvre, wo die Mona Lisa ausgestellt ist, sagte gegenüber dem britischen Guardian: «Ich zweifle nicht eine Sekunde an Pizzorussos Theorie, da sie die Geologie des italienischen Landes perfekt kennt – genauer gesagt die Orte, an denen Leonardo zu Lebzeiten unterwegs war.»

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