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Achtsamkeitsimpuls
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Emotionale Selbstfürsorge

Wohl in keinem Monat ist der Wunsch so gross, zu einem neuen Ich aufzubrechen, wie im Januar. Der Drang, sich neu erfinden zu wollen, hat aber mehr mit Vorstellungen in der Gesellschaft zu tun als mit einer inneren Sehnsucht – deshalb Vorsicht. 

Anton Ladner 

Es gibt immer Dinge, die man an sich verbessern möchte, um bestimmte Ziele zu erreichen, weil man denkt, sich dann eindeutig besser zu fühlen. Und es ist ganz normal, dass man sich im Laufe des Lebens verändern möchte. Vor allem dann, wenn die Entwicklung in eine andere Richtung läuft, als man sich wünscht: mehr Kilos auf der Wage, weniger Bewegung, zu viel Alkohol usw. Der Jahreswechsel kann eine gute Gelegenheit sein, sich Gedanken darüber zu machen, welche Veränderungen man sich wünscht und welche Schritte man unternehmen sollte. Man kann sich also durchaus vornehmen, ein neues Ich zu werden. Der Jahreswechsel hat für viele Menschen eine symbolische Kraft, um einen Neuanfang zu wagen. Die Vorsätze dienen als Motivation und Unterstützung, um langfristige Ziele zu erreichen und sich selbst zu verbessern. Nur: Die meisten Neujahrsvorsätze beinhalten eine zu grosse Portion Perfektionismus, diktiert von gesellschaftlichen Konventionen. Deshalb erweisen sich diese Versuche von Neuanfängen rasch als unmöglich und auch nicht als gesunder Weg, sich zu verändern.  

Der Wunsch im Januar, einen Neustart zu machen und sich zu perfektionieren, lässt deshalb kaum Raum für den Gedanken, dass man vielleicht mehr in Ordnung ist, als man denkt. Sich mit dem zu versöhnen, was ist, klingt allerdings resigniert – denkt man. Es ist oft konstruktiver, einfach Frieden mit den Dingen zu schliessen, die man nicht ändern kann. Dies kann dazu beitragen, dass man sich innerlich ruhiger und ausgeglichener fühlt und sich besser damit abfinden kann, was das eigene Ich einem bietet. Das generiert auch Energie, das zu ändern, was realistisch ist. Kein neues Ich, sondern Wohlwollen für das bestehende Ich. 

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