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Anne Challandes
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Mein achtsamer Blick:

 

Philippe Rey,
parteiloser Gemeinderat Wettingen

Kinderfreundliches Wettingen bestätigt

Wettingen ist ein grosses Dorf in einem urbanen Umfeld. Hier wie anderswo werden in der Politik Themen wie Sparen, Steuerfuss, demografische Veränderungen und Verkehr intensiv diskutiert. Doch es gibt hin und wieder auch positive News: Das Label «kinderfreundliche Gemeinde» ist so eine.

Ende 2017 zeichnete UNICEF Wettingen nach einer umfassenden Evaluation als kinderfreundliche Gemeinde aus. Die Gemeinde mit rund 21 000 Einwohnerinnen und Einwohnern gehört damit zu den 48 von UNICEF ausgezeichneten Gemeinden.

Mit bescheidenen Ressourcen, grossem Engagement aller Beteiligten und kreativen Ideen wurde in der Folge zu den bestehenden Kinderangeboten hinzu ein Massnahmenplan mit 17 kleineren und grösseren Projekten erarbeitet und sukzessiv umgesetzt. Zwei Jahre später wurde ein entsprechender Zwischenbericht erstellt, und eine UNICEF-Vertretung besuchte Wettingen für eine Zwischenevaluation, die sehr positiv ausfiel. Zusammen mit der Fachstelle Gesellschaft, der Kinder- und Jugendkommission, der Schule und vielen weiteren Institutionen wurden Graffitiwände im Sportzentrum «tägi» geschaffen, wurde ein mobiler Pumptrack erstellt, die offene Turnhalle am Open Sunday angeboten, eine Spielplatzkarte von Wettingen erstellt oder der Aufbau eines Kinder- und Jugendparlamentes ermöglicht. Auch kleinere Projekte der Kinderanimation, ein Kinderbriefkasten, das Projekt «engage» oder das Bekanntmachen des Ideentopfes wurden erfolgreich umgesetzt. Nun, nach insgesamt vier Jahren, wurde wiederum eine Evaluation vorgenommen und es freute den Gemeinderat ganz besonders, anlässlich einer kleinen Feier die Rezertifizierung entgegennehmen zu dürfen. Der Gemeinderat findet es wichtig, das Thema Kinderfreundlichkeit auf die Agenda zu setzen. Kinder und Jugendliche sind ein wichtiger Teil unserer Gesellschaft. Sie sollen angehört, ernst genommen und zur Partizipation motiviert werden.

Manchmal war es schwierig, die nötige Finanzierung für die einzelnen Projekte zu finden. Doch auch da gibt es positive Beispiele: Wettingen erhielt eine Spende von einer Privatperson und konnte damit den Kindern und Jugendlichen einen mobilen Pumptrack zur Verfügung stellen. Dank einem weiteren Sponsor konnte während des Lockdowns mit Jugendlichen ein Lieferdienst für Bibliotheksbücher via Velo aufgezogen werden. Anja Bernet, Leiterin UNICEF für kindgerechte Stadtentwicklung, meinte anlässlich der Zertifikatsübergabe, die Fachkommission hebe hervor, dass die Mehrheit der Massnahmen auf pragmatische, aber konsequente Weise umgesetzt worden sei und dass Wettingen sehr selbstkritisch und reflektorisch darüber berichte. Wettingen ist stolz auf dieses Label und wird weiter an der Kinderfreundlichkeit arbeiten.

Die UN-Kinderrechtskonvention legt die Rechte der Kinder fest. Gemäss dieser Konvention haben Kinder – definiert als bis 18-Jährige – ein Recht darauf, angemessen versorgt, gefördert und geschützt zu werden und sich am gesellschaftlichen Leben zu beteiligen.

Philippe Rey, Dipl.-Übersetzer/Dolmetscher, Unternehmer, parteilos, ist seit acht Jahren Gemeinderat der Gemeinde Wettingen und zuständig für das Ressort Kultur, Sport, Gesellschaft.

 

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