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Anne Challandes
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Mein achtsamer Blick:

 

Timothée Olivier, Bildungsverantwortlicher Swiss Insects, Historiker, Gastronom und Kommunikator

Revolutioniere deinen Teller – mit Insekten?

Die drei Insektenarten Mehlwürmer, Grillen und Heuschrecken sind seit dem 1. Mai 2017 als Lebensmittel in der Schweiz zugelassen. Neue Lebensmittel im 21. Jahrhundert legalisieren – wie oft kommt das vor? Meine Grosseltern haben im 20. Jahrhundert die ersten Krevetten und Muscheln der Schweiz essen können! Unsere Vorfahren haben die ersten Kartoffeln und die ersten Tomaten auf dem Teller gesehen. Die Markteinführung ist heute jedoch anders. Sie ist mit viel Arbeit verbunden. Die Auswahl und die Vielfalt sind so gross geworden, dass man keine Übersicht mehr hat, was man eigentlich essen kann. Für viele ist es so: Von Insekten hat man gehört, aber noch nie gegessen. Welche Insekten darf man überhaupt essen? Wo findet man diese Insekten? In der Natur? Aus einer Zucht? Wie schmecken sie?  

Swiss Insects hat sich zum Ziel gemacht, die Welt der essbaren Insekten bekannter zu machen. Der Verein arbeitet aktiv mit verschiedenen Schweizer Hochschulen zusammen und fördert die Forschung im Bereich der essbaren Insekten. Viele Hochschulabsolventen und       -absolventen forschen und schreiben Artikel über essbare Insekten: sei es über die Zucht, die Nährstoffe, den CO2-Austoss oder deren Wirtschaftlichkeit und Eignung für die Menschen oder als Tierfutter. Swiss Insects ist die Austauschplattform für Konsumentinnen und Konsumenten, wirtschaftliche und wissenschaftliche Akteure und Akteurinnen auf nationaler und internationaler Ebene und bietet Vorträge oder Schulbesuche zum Thema Insekten.  

Insekten brauchen pro Kilogramm Körpergewicht zehn Mal weniger Futter als Rinder. Sie konkurrenzieren mit ihrem Futter die menschliche Ernährung nicht. Sie sind wechselwarme Tiere und können dementsprechend ihre Ressourcen sehr effizient verarbeiten. Sie sind eine spannende Proteinquelle, da sie alle essenziellen Aminosäuren enthalten. Und mit den enthaltenen ungesättigten Fettsäuren und vielen Nährstoffen (Mineralien, Vitaminen) sind sie eine nachhaltige Lebensmittelalternative. Sie lassen sich salzig oder süss zubereiten, als Mehl oder ganz, gebraten oder frittiert. 

Insekten sind überraschend und überraschend gut. Genau das macht die Ernährung für mich interessant. Die Überraschungen. Die Entdeckungen. Ein Heuschrecken-Spiess zum Beispiel. Der Austausch zwischen Menschen über die Möglichkeiten, sich zu ernähren. Unser Ernährungssystem anders zu gestalten. Die Offenheit gegenüber der Welt, den verschiedenen Arten und Weisen zu essen und den verschiedenen existierenden Lebensmitteln. Essbare Insekten sind Teil dieser (R)Evolution.  

Bei einem Vortrag oder einem Besuch von Swiss Insects tauchst du in eine Insektenzucht ein und erfährst zum Beispiel, dass Insekten keinesfalls einfach in der Natur gesammelt, sondern unter kontrollierten und tierfreundlichen Bedingungen gezüchtet werden. 

Timothée Olivier ist monsieurolivier.ch, Bildungsverantwortlicher Swiss Insects, Historiker, Gastronom und Kommunikator.  

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