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Achtsamkeitsimpuls
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Achtsamkeitsimpuls

Helfen Friedensgedanken gegen die Bomben und Panzer in der Ukraine? Wachheit und Wachsamkeit sind sicher eine Form der spirituellen Selbstfürsorge, die das Ich erweitern, damit aber auch etwas bewirken.

von Anton Ladner 

Wer aufmerksam ein Ereignis in der Welt verfolgt, das eine Ungerechtigkeit darstellt, übt sich in Wachheit und Wachsamkeit. Gleich, ob Antisemitismus, Rassismus oder Gewalt, wie derzeit der Überfall auf die Ukraine. Die Aufmerksamkeit gegenüber solchen Geschehen wird als Wokeness beschrieben, als Wachheit, wenn Menschenrechte verletzt werden. Der Begriff ist im afroamerikanischen Englisch in den 1930erJahren entstanden. Er beschrieb damals ein erwachtes Bewusstsein für mangelnde soziale Gerechtigkeit und Rassismus. Damals beinhaltete er auch ein militantes Eintreten für den Schutz von Minderheiten. «Die Woke-Kultur muss damit leben, als Gutmenschentum abgestempelt zu werden, obwohl sie im Kern oft richtige und wichtige Anliegen hat, die sie vielleicht nicht immer in Ton und Gestus angemessen vermittelt», schreibt Oliver Bendel, Professor für Wirtschaftsethik an der Fachhochschule Nordwestschweiz dazu. Es sei umstritten, ob man damit der Sache eher schade oder eher nütze. Ist Wokeness somit nur ein Programm, um sich besser zu fühlen?

Wer in seinem Menschsein Erfüllung finden will, schafft das nicht ohne Anteilnahme, ohne ein Aus-sich-Kippen, ohne ein Sich-in-andere-Einfühlen. Da entsteht auf verschiedenen Ebenen Neues. «Ja», sagte vor zwei Wochen der hochbetagte Psychiatrieprofessor Ambros Uchtenhagen am Telefon, «man kann den Frieden denken. Diese guten Gedanken sind mit der Quantenphysik vergleichbar. Sie lösen etwas aus und sorgen für eine Bewegung.» Konklusion: Wachheit und Wachsamkeit können das Böse zurückdrängen. Wachheit und Wachsamkeit können auch Platz schaffen, um das Gute zu denken. Und damit ist bereits eine Veränderung eingeleitet. Sich an seinem Wachsein festzuhalten ist eine Spiritualität, die auf spannende Weise ein Wachstum über die Grenzen des Ichs eröffnet. 

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