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Achtsamkeitsimpuls
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Achtsamkeitsimpuls

Das Wochenende steht für Vergnügen, Entspannung und Ruhe. Aber für einige ist das Wochenende ein Stress, weil sie an diesen Tagen regelmässig deprimiert sind. Das muss aber nicht sein. 

von Anton Ladner

Samstag und Sonntag gelten als Insel der Rekreation, als Ort der Zeit für sich und seine Lieben. Ohne Zeitdruck sich treffen, aufräumen, kochen oder einfach nichts tun. Doch einige Menschen können sich am Wochenende nicht aufbauen, sondern erleben diese zwei Tage als Abwärtsspirale. Auf der Insel der Erholung werden sie depressiv. Eine Studie von Wolfgang Maennig, Olympiasieger im Rudern und heute Professor für Wirtschaftswissenschaften, hat das seltsame Phänomen untersucht. Laut seiner Studie, die mit Daten aus den Jahren 1994 bis 2010 durchgeführt wurde, ist das Wochenende für viele Menschen deprimierender als die Arbeitstage unter der Woche. Das steht in Verbindung mit Alter, Bildungsgrad und Familien- und Arbeitssituation, die natürlich die allgemeine Lebenszufriedenheit beeinflussen.

Nach einer anstrengenden Arbeitswoche ist man oft erschöpft. In dieser ausgepumpten Phase neigt man dazu, an die Arbeitslast der nächsten Woche zu denken. Man bekommt das Gefühl, den Herausforderungen nicht mehr gewachsen zu sein. Das zieht nach unten und verursacht eine Lustlosigkeit, auch für die Dinge, die regenerieren. Zuweilen kann sich das sonntägliche Unwohlsein sogar körperlich äussern. Freizeitkrankheit nennt Ad Vingerhoets, Professor für klinische Psychologie an der niederländischen Tilburg University, die Unfähigkeit, mit arbeitsfreier Zeit umgehen zu können, und infolgedessen körperlich krank zu werden. Um diesem schlechten Kreislauf zu entgehen, rät eine in der Fachzeitschrift Current Biology veröffentlichte US-Studie zu Schlaf. Es sei wichtig, seine biologische Uhr am Wochenende nicht durcheinanderzubringen. Deshalb sollte das Wochenende nicht mit einer späten Freitagnacht begonnen werden, wenn man zu Wochenend-Depressionen neigt. Wer am Freitagabend wie an einem Arbeitstag zeitig zu Bett geht, erlebt den Samstag positiver, weil dann genügend Energie vorhanden ist, etwas zu unternehmen: etwas Sport, ein Spaziergang, ein kleines Gestaltungsprojekt zu Hause auf dem Balkon oder im Keller. Die wahre Lösung, um nicht depressiv zu werden, besteht darin, das zu tun, was Spass macht, und dafür eben genügend Energie zu haben.  

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