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Anne Challandes
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Mein achtsamer Blick:

Julien Rondez, Botschafter bei Foodsharing, seit zehn Jahren leidenschaftlicher Foodsaver, Grafiker und Künstler in Basel

 

Essen retten statt wegwerfen 

Schweiz- und weltweit landet ein Drittel unserer Lebensmittel im Müll. Ja, wir kennen das. In der Theorie sind wir die Profis, aber in der Praxis merkt man, dass es etwas komplizierter ist, aktiv zu werden und etwas gegen den Foodwaste zu unternehmen. Aus diesem Grund wurde Foodsharing ins Leben gerufen – mit dem Ziel, noch essbare Lebensmittel zu verwenden statt wegzuwerfen. 

Foodsharing ist an mehreren Polen aktiv. Da sind zum Beispiel die öffentlichen Fairteiler. Das sind Selbstbedienungsschränke, wo man sich Lebensmittel holen oder aber auch deponieren kann, sollte man selbst mal zu viel haben. Jeder ist eingeladen, sie zu benutzen. In Basel gibt es zurzeit sieben davon, und bei zweien arbeiten wir mit der Organisation Madame Frigo zusammen, die Kühlschränke zum selben Zweck bereitstellt. Daneben, und das macht den grössten Teil der Foodsharing-Arbeit aus, sind die Abholungen direkt bei den diversen Betrieben. Wir haben mittlerweile über 50 angeschlossene Betriebe, bei denen wir regelmässig Lebensmittel abholen, die nicht mehr verkauft werden können – aber noch lange geniessbar sind. Ob kleine Bäckereien, Bio-Gemüsebauern, Tankstellen-Shops oder schicke Restaurants – unsere Foodsaver holen überall ab, wo es uns braucht. Im Jahr 2021 haben wir in Basel über 7500 Abholungen durchgeführt und dabei Tausende Kilo Lebensmittel vor ihrem tragischen Schicksal im Müll gerettet. 

Foodsharing ist eine Organisation, die in Deutschland entstanden ist. Die Schweiz ist offizieller Teil davon und profitiert von der grossartigen Infrastruktur der Web-Plattform mit Forum und Mitteilungsfunktion, um auch hier Abholungen zu organisieren. Bei über 20 Abholungen pro Tag und über 250 aktiven Personen alleine in Basel erleichtert das die Arbeit sehr – und als gemeinnützige Organisation könnten wir das alleine nicht stemmen. 

Foodsaver zu werden, um Lebensmittel zu retten, ist ganz einfach – und jeder ist willkommen! Nach der Registrierung auf unserer Website und dem erfolgreichen Bestehen eines kurzen Quiz, mit dem wir sicherstellen, dass auch alle die grundlegenden Regeln von Foodsharing, der Kühlkette und Hygiene kennen, können die ersten Abholungen stattfinden. Auf der Website sieht man jeweils alle Betriebe, die noch Helfer benötigen, und man kann sich direkt dort eintragen. Es braucht immer wieder neue Helfer und ständig kommen neue Betriebe dazu. 

Bei Foodsharing engagieren sich schon heute sehr viele motivierte Menschen, die aus allen möglichen Bereichen kommen. Bei den Abholungen wird nicht nur Essen gerettet, es entstehen auch wertvolle Kontakte zu anderen Foodsavern und zu den Betrieben. Und als netter Nebeneffekt spart man durch die Abholungen auch am eigenen Budget für Lebensmittel – denn die Abholungen sind und bleiben stets kostenlos. Oftmals entdeckt man bei Abholungen auch neue Lebensmittel, die man vorher vielleicht nicht kannte oder nie gekauft hätte. Das erweitert den eigenen kulinarischen Horizont und hilft, die Lebensmittelverschwendung massiv zu reduzieren.  

Julien Rondez ist Botschafter bei Foodsharing, seit zehn Jahren leidenschaftlicher Foodsaver, Grafiker und Künstler in Basel.  

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